Zwischen Gestern und Morgen

Die in Tr�mmerlandschaften lebenden Menschen hungern nicht nur nach Eiern und Brot, sondern auch bald wieder nach Fr�hlichkeit, Unterhaltung - Ablenkung von den trostlosen Lebensbedingungen in der zerbombten Stadt. 1947 �ffnet der Kongre�saal des Deutschen Museums mit einer Auff�hrung des �Wei�en R��l�. Der Wei� Ferdl gibt auf der B�hne des Platzl seine Couplets zum Besten und Linksdenker Karl Valentin kn�pft im verrauchten Simpl mit seinen skurrilen Sketchen an alte Glanzzeiten an. Neues Leben regt sich auch in den M�nchner Filmstudios. Mit der Eisenbahn naht ein junges, h�bsches und �u�erst talentiertes M�dchen mit Berliner Schnauze: Hildegard Knef. Sie soll im ersten von den Besatzem lizensierten Nachkriegsfilm �Zwischen Gestern und Morgen� die Hauptrolle spielen. Drehorte sind das M�nchner Regina Hotel und die Filmstudios in Geiselgasteig. Ihre Reise nach M�nchen ist alles andere als ein Pappenstiel. Schon im Vorfeld muss sie sich mit Fragebogen, Sichtvermerken und Best�tigungen des lizensierten Arbeitgebers herumschlagen. In einem eigens f�r Deutsche reservierten Waggon tritt sie die Reise an-, allein im nachtschwarzen Abteil, sitzend auf einer spartanischen Holzbank. Dankbar folgt sie der Einladung des Zugkommandanten und nimmt Platz in dessen Schlafwagenabteil. Dieser jedoch nach einiger Zeit stark alkoholisiert - bedr�ngt sie. Nach kurzem Gefecht fl�chtet die Knef in den verlassenen �Deutschen-Waggon� und harrt in der verriegelten Toilette der Rache des Abgewiesenen. Tats�chlich durchk�mpft kurz vor M�nchen ein Durchsuchungskommando den Zug. Die Soldaten wollen die Knef bis Salzburg festhalten und wegen unzul�ssiger Grenz�berschreitung verhaften. Da f�hrt der Zug in den M�nchner Hauptbahnhof ein. Der am Bahnsteig wartende Aufnahmeleiter traut seinen Augen nicht.. �Hilf mir hier raus� t�nt es verzweifelt aus dem Zug. Erst knallt ein Koffer vor ihm auf den Boden, dann die Knef selbst. M�hsam hatte sie sich aus dem Klosettfensterspalt gezw�ngt. Mit einem klapprigen Filmproduktionswagen jagen die beiden durch die zerst�rte Innenstadt in Richtung Geiselgasteig. Hinter der Isarbr�cke macht der Wagen einen letzten Sprung und gibt r�chelnd seinen Geist auf. Sei�s drum: die Klappe f�r den ersten in M�nchen gedrehten Nachkriegsfilm kann fallen: mit Hildegard Knef. Ein beispiellose Karriere nimmt ihren Lauf. Hildegard Knef ist die erste deutsche Schauspielerin, die nach dem Zweiten Weltkrieg in den USA Karriere macht. Mit Cole Porters Silk Stockings feiert sie am Broadway Triumphe. An der Seite Gregory Pecks stapft sie durch den �Schnee am Kilimandscharo�. In den 60er Jahren macht sie sich einen Namen als Chansonss�ngerin (�Ich brauch Tapetenwechsel, sprach die Birke...�) und Bestsellerautorin (�Der geschenkte Gaul�).

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